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S.H. XIV. Dalai Lama
im Gespräch mit Ellen Kleila

 Zitate aus dem Interview zum Thema Thangkas - buddhistische Rollbilder

Heute folgen die Maler mehr ihren eigenen Stil. Die Leute betrachten Thangkas nicht mehr als heiliges Objekt, als etwas religiöses, sondern als Kunst.

Der Maler muss in verschiedenen Richtungen sitzen, und das ist besonders wichtig, er sollte die Gottheit vorher visualisierten. Es ist eine Meditation. Dann kann er anfangen zu malen. Das Bild muss nun so schnell wie möglich, möglichst an einem Tag gemalt werden. Das ist alte Tradition.

Die Thangka ist immer ein Meditationsobjekt. Denken Sie nicht, es wäre nur Malerei. Man nimmt es im Geist auf.

Jeder, der den richtigen Weg gehen will, kann natürlich mit Thangkas meditieren. Es macht keinen Unterschied, ob Mönche, Nonnen, östliche oder westliche Menschen meditieren.

Es gibt natürlich verschiedene Meditationsformen. Mit einem Bild, einer Statue. In der Meditation, in der Visualisierung, versucht der Meditierende mit der Gottheit eins zu werden. Daneben opfert man, und man sagt Mantras auf.

Es gibt auch Thangkas, die nur für sehr weit entwickelte Lamas und Lehrmeister bestimmt sind. Sie sind sehr heilige, geheime Objekte. Wir nutzen sie bei Retreats, die über Wochen und Monate gehen können.

Thangkas sind nicht für alle Buddhisten wichtig. Nehmen sie nur Milarepa, einen großen tibetischen Meister. In seiner Höhle, in der er meditierte, war nichts, keine Malerei, keine religiösen Objekte.

Es gibt Familien, auch in Indien, die ihr Heim mit Thangkas lediglich dekorieren wollen. So haben die Maler in Indien und Nepal eine Menge Arbeit und machen große Geschäfte. Auch die Ausländer fangen langsam an, Thangkas zu malen.

Da ist eine Sache, die mich immer wieder ärgert. Manche Bilder haben wirklich keine gute Qualität (...lautes Lachen....) Wenn ich z.B. Buddha male, habe ich die heiligen Vorschriften zu respektieren. Es ist sehr schade, wenn Künstler zwar teure Thangkas verkaufen, aber auf die Qualität keinen Wert legen.

Oft hatte ich die Chance, Familien in Europa und in Amerika zu besuchen. Voller Stolz haben sie mir ihre tibetischen Thangkas gezeigt. Als Buddhist muss ich mich vor den Heiligen auf den Bildern verneigen, aber wegen der schiefen Nasen und der schlechten Qualität muss ich dann eher lachen. Eigentlich aber sehr traurig, so viele Details waren falsch.

Für manche Menschen, speziell für Anfänger im Buddhismus, können Thangkas sehr wichtig sein. Je mehr Erfahrung der Praktizierende aber hat, desto mehr treten sie in den Hintergrund.

 Wir glauben an Buddha und auch an höhere Wesen. Sie haben alle einmal gelebt. Durch ihre Art des Lebens, durch ihre Entwicklung und ihre inneren Kräfte wurden sie zu höheren Wesen. Sie haben eine besondere Energie mit der sie anderen helfen.

mehr zum Thema Buddhismus...www.buddhismus.de

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